
Zahnärztliche Psychotherapie ist eine professionelle Hilfestellung (nicht nur) für oralophobisch erkrankte Menschen und darf nicht verwechselt werden mit der Unterstützung "gesunder" Patienten durch z.B. Entspannungstechniken, Audio-analgesie, Videofilme etc.
Da die Angst des Patienten vor dem Eingriff in das Mundorgan nicht bei allen Betroffenen so groß ist, dass sie die zahnärztliche Praxis gar nicht erst aufsuchen, kann zu Recht behauptet werden, dass bereits heute schon viele Zahnärzte vor dem Problem stehen, psychotherapeutisch tätig zu werden, um den Patienten trotz seiner Phobie einer angemessenen Behandlung zuzuführen. Wie Betroffene berichten, gelingt dies auch (sicher mit sehr großem Einsatz) einigen Behandlern, die die Ängste ernst nehmen können, sich um Lösungen bemühen und so zum ,,Zahnarzt des Vertrauens" werden.
Die Behandlung der Oralophobie ist am effektivsten, wenn dies in der Personalunion Therapeut und Behandler geschieht (zahnärztliche Psychotherapie), daja auch in der Mehrzahl der Fälle die Betroffenen anamnestisch die typischen Täter-Opfer-Erlebnisse berichten. Besonders bei der zunehmenden Zahl der durch sexuellen Missbrauch geschädigten Patienten ist der psychotherapeutisch geschulte Behandler die conditio sine qua non.
Die Zahnärzte sollten verstehen, dass die traumatische Erlebensweise einer früheren Behandlung nur für diesen Patienten gilt und nur bedingt etwas über den verursachenden Zahnarzt und seinen Behandlungsstil aussagt, ein anderer Patient wäre, evtl. durch die gleiche Behandlung nicht dermaßen tief traumatisiert worden.
Auf der anderen Seite liegen auch Berichte schwer geschädigter Patienten vor, die man mit Recht als ,,Folter und Vergewaltigung auf dem Zahnarztstuhl" bezeichnen kann.
Nur am Rande sei erwähnt, dass in letzter Zeit berichtet wird, dass Kinder intraoral gefoltert werden, um sie für den sexuellen Missbrauch gefügig zu machen.
Die nachhaltige Prägung der Verhaltensweise und die Berichte geheilter Oralophobiker über den Gewinn an Lebensqualität und Lebensfreude lassen weiter darüber nachdenken, ob die Oralophobie nicht auch dem PTSD (Posttraumatic Stress Disorder) zugeordnet werden muss.
Der Behandlungsansatz der ,,zahnärztlichen Psychotherapie", der in der Zahnmedizin in Deutschland bisher nur von wenigen Spezialisten vertreten und praktiziert wird, findet nun zunehmend auch in der allgemeinen Psychotherapie seinen Platz, in dem" Täter" und "Opfer" unter therapeutischen Konstellationen zusammengebracht werden. (© Dr. P. Macher. Deutsches Institut für Psychosomatische Zahnmedizin Psychologie in der Zahnheilkunde und Zahnärztliche Psychotherapie www.oralophobie.de)
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